Get Your Kicks on Route Sixty Six.

American Truck Simulator9 views20 min readby bbUpdated 30 JunView on Steam ↗

Ein Reiseführer zu einer Legende

(English version:
https://steamcommunity.com/sharedfiles/filedetails/?id=3752090749 )

Seit fast 10 Jahren transportiere ich mit dem American Truck Simulator Güter
aller Art durch die USA. Es wurde nun Zeit für einen Urlaub. Das sollte ein
Roadtrip auf den Spuren der legendären Route 66 im ATS werden.

Eine solche Reise muss natürlich geplant werden. Durch ein wenig
Internet-Recherche erfährt man zunächst, dass die alte Route 66 nicht mehr
existiert im amerikanischen Straßensystem. Doch als touristisches Reiseziel
ist sie sehr präsent und so fördert die Recherche Reiseführer, alte
Straßenkarten mit dem Verlauf der historischen Route 66 sowie Informationen
zu Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke zutage. (www.route66roadtrip.com)

Die Route 66 beginnt in Chicago am Navy-Pier, durchquert 8 US-Staaten und
endet am Santa Monica Pier in Los Angeles. Wollte man die ganze Strecke auf
dem kürzesten Weg von Chicago nach Los Angeles absolvieren, so kann man sich
auf die Interstate Highways I-55, I-44, I-40, dann schon fast am Ziel noch
die I-15 und I-10 beschränken.

Aber Teile der alten Straße existieren noch. Viele Orte erhalten Teilstücke
der Straße aus touristischen Gründen. Schaut man in die ATS-Map, so findet
man nur ein einziges Stück in Arizona, das zwischen Seligman und Kingman, das
mit "66" ausgezeichnet ist. Es sei aber schon mal verraten, dass mehr
Teilstücke als "hidden road" in der ATS-Map versteckt sind.

Achtung Spoiler! Ab hier beschreibe ich, wo und wie man Sehenswertes und
"hidden roads" findet, aber auch, was es zu verschiedenen Sehenswürdigkeiten
zu wissen gibt. Ein Tipp für diejenigen, die nicht weiterlesen, sondern
lieber selbst suchen und finden möchten: Nutzt einfach jede Abfahrt vom
Highway, um entweder nach Route-66-Relikten und/oder hidden roads Ausschau
zu halten. Und immer auf braune Schilder mit der "66" achten. Allerdings
müsst ihr dann auch alle Informationen zur Route 66 und deren Attraktionen
selbst recherchieren.

Illinois

Bevor es losging, habe ich mir noch Chicago genauer angesehen, es ist sehenswert,
nicht nur die Skyline. Sehr schön sind die Chicagoer Parkanlagen gestaltet,
die entlang des Lake Shore Drive liegen. Aufgrund der eingeschränkten
Map-Kapazität sind Lincoln-Park, Universitäts-Campus und Millenium-Park
sozusagen zusammengefasst, und der Buckingham Fountain mittendrin. Die
"Bohne", wie das Cloud Gate genannt wird, fehlt leider.

Chicago Skyline

Von der Garage aus fuhr ich zunächst zum Yachthafen, hier fand ich die erste
"hidden road" und ein tolles Panorama. Von hier aus ging es dann auf den
Lake Shore Drive, der als Schnellstraße am Seeufer entlangführt. Ungefähr in
Stadtmitte kann man zum Navy Pier oder in die Stadtmitte abbiegen. Zum Navy
Pier heißt es mutig links abbiegen, obwohl das Navi links keine Straße
anzeigt. Der Rout-66-Startpunkt liegt in einer hidden road.

Die Navy Pier ist eine für den Frachtumschlag gebaute Seebrücke, die 1
Kilometer in den Michigan-See hineinragt. Sie ist heute jedoch die größte
Touristen-Attraktion Chicagos und beherbergt das Chicago Childrens Museum,
ein Kino und einen Vergnügungspark mit großem Riesenrad.

Hochbahn Chicago Elevated

Richtung Innenstadt kann man einen Blick u.a. auf die Harold Washington
Public Library, auf riesige Graffitis und natürlich auf die Hochstraße der
S-Bahn zu werfen, die man aus Filmen wie vor allem French Connection kennt.
Leider kann man die Straßen unter den Stelzen nicht befahren.

Den Vorabend der Reise habe ich in einem der Chicagoer Jazz-Clubs verbracht.
Am Morgen dann ging es früh los: und zwar am Navy Pier. Von dort geht es auf
dem Lake Shore Drive Richtung Süden wieder vorbei an den Parks, weiter liegt
dann linker Hand das Field-Museum und noch weiter links zum See hin das Shed
Aquarium. Wenn man dann das Stadion der Chicago Bears links liegen sieht,
muss man auf die I-55 abbiegen.

Route 66 Start

Aus Chicago hinaus geht es über eine Brücke, die so aussieht wie die historische
Chain of Rocks Bridge, die allerdings im Westen von St.Louis über den
Mississippi führt und nicht mehr befahrbar ist. Über die I-55 gelangt man
weiter nach Bloomington, Springfield und St.Louis.

Auf dem Weg dahin laden Abfahrten dazu ein, abzubiegen und nach
Route-66-Relikten Ausschau zu halten. Zum Beispiel die Abfahrt auf die
Bundesstraße 24, von der man zu einem Ort namens Chenoa gelangt. Das
Städtchen hat ein Stück der historischen Route 66 ausgezeichnet, die
einst durch den Ort führte. In der ATS-Map lässt sie sich nur ansehen, nicht
befahren.

Bloomington hat nicht viel zu bieten: Einen Bloomenladen und zwei Stück
der alten Strecke, neu asphaltiert, befahrbar, und ein altes wie hinter
Glas, parkähnlich.

Springfield (IL) empfängt mit Route-66-Graffity, hat aber eine gefälliger
gestaltete Innenstadt. Nachdem ich die Filmsequenz (cutscene) angesehen
hatte, bin ich weitergefahren.

Kurz hinter Springfield gibt es wieder eine vielversprechende Abfahrt. In einer
weiteren hidden road verbirgt sich ein Stück historischer Route 66 mit
einer für den Mittelwesten so typischen überbauten Brücke (Brücken am Fluss).

Brücken am Fluss

In St.Louis habe ich nichts Route-66-spezifisches finden können. Man kann alles
sehenswerte in den Cutscenes finden, vielleicht noch ein Foto vom "The
Gateway Arch" für die Photo-Trophy schießen. Dann weiter über den Mississippi
River und das wars mit Illinois, ich war in Missouri.

Missouri

Von der St.Louis-Cutscene ging es wieder zurück auf die I-55, dann muss man
sich aber rechts halten auf die I-44, die dann bis nach Oklahoma City die
Route 66 ersetzt.

Mule Trading Post

Kurz vor Rolla kann man linker Hand das "Mule Trading Post & Museum" sehen,
ein historischer Route 66 Souvenir-Shop, der seit 1957 an dieser Stelle in
Rolla steht, inzwischen (2021) jedoch aufgegeben wurde. Wer dorthin will,
muss die Abfahrt davor nehmenb und links abfahren. Nach ein paar hundert
Metern geht die hidden road rechts ab zum Museum. Die Straße wird auch nicht
in der Map angezeigt wird, wenn man sie befahren hat -- ein kleiner Bug.

Bei Rolla verlasse ich die I-44 und fahre durch die Stadt, ist ganz nett, aber
sonst nichts. Springfield (MO) lohnt keinen Aufenthalt. Man kann wieder den
Highway verlassen und durch die Stadt fahren, doch mit Route 66 hat
das Springfield (MO) des ATS anscheinend nichts am Hut. Weiter gehts also nach
Joplin.

Joplin Mural+Corvette

Hier folgte ich wieder den "historic route 66"-Schildern und verließ den
Highway, um nach Joplin hineinzufahren. Die Stadt wirbt mit ihren vielen
kunstvollen Graffitis, mit dem "Joplin Mural Park". Leider konnte SCS nur
zwei Fassaden verschönern. Das bekannteste Graffiti, mit der halben Corvette
darunter, findet man gleich rechts an der Hauptkreuzung in Joplin (siehe
Cutscene); für das zweite muss man ein Stück links die Main Street herunter
fahren.

Weiter geradeaus auf der 7th Street führt die historische Route 66 Richtung
Westen nach Galena. Beachtet die Hinweisschilder, denn man muss mehrfach abbiegen.

Kansas

Zwischen Joplin und Galena fährt man auf der früheren Route 66 über die
markierte Grenze nach Kansas ein. Der Teil der Route 66, der durch Kansas
führt, ist in der Realität nur etwa 13 Meilen lang, hat allerdings mit
einer hidden road und dem liebevoll gestalteten Galena von SCS
vergleichsweise viel Aufmerksamkeit bekommen.

Zu fotografieren gibt es zwei bekannte Wandmalereien und Luigi's Pit Stop
sowie die ehemalige Tankstelle Cars On The Route, die in der Realität
inklusive historischer Autos restauriert wurden. Allerdings haben die SCS-Leute sie
eher etwas verrottet aussehen lassen. Wie fast überall haben sie die
Namen etwas verändert, aus Luigi wurde Mario und aus dem Cars on the Route
wurde Trucks on Route 66.

Wer den Pixar-Film "Cars" gesehen hat, erkennt bei den Autos vielleicht die
Anspielungen an den Film, wobei unklar ist, wer wen inspiriert hat.

Mario's Pit Stop / Galena Mural Route 66

Oklahoma

Von Galena aus gelangt man nach Miami, das schon in Oklahoma liegt, aber
ebenso wie Galena die Route-66-Touristen bedient. Nicht zu übersehen ist
eine Art "Triumphbogen", von dem Reisende nach Downtown Miami in den frühen
1900er Jahren begrüßt wurden. Es wurde jedoch in den 1930er Jahren wieder
abgebaut. Die moderne Replik dient nun als "The Gateway to Route 66".

Miami Gateway

Von Miami aus leitet die Beschilderung wieder zur I-44 und weiter nach
Oklahoma hinein. Nächste Station ist die Stadt Tulsa, in die einzufahren
nicht lohnt im Sinne der 66-Tour. Wer die Cutscene mitnehmen möchte, sie
zeigt alles Interessante von Tulsa, der muss die I-44 verlassen und auf die
244 wechseln, die um die Stadt herum wieder auf die I-44 führt.

Ähnlich steht es mit Oklahoma City. Obwohl die reale Stadt einiges für
66-Reisende zu bieten hat, besteht die Stadt im ATS in der Hauptsache aus
Highways, in Sachen Route 66 fand ich nichts. Sehenswert sind aber das
Einkaufscenter "50 Penn Place" oder die "SkyDance Bridge", an der Stelle, an
der man von der I-44 auf die I-40 auffährt. Diese Fußgängerbrücke verbindet
die Innenstadt und Teile des "Scissortail Parks" über die I-40 hinweg. Die
Brücke und gleichzeitig Skulptur soll den offiziellen Wappenvogel von
Oklahoma darstellen, den Scissor-tailed Flycatcher.

Oklahoma City Flycatcher

Ab hier ist es nun die I-40, die dem ungefähren Verlauf der historischen
Route 66 bis nach Californien folgt. Die nächste Abfahrt [66] auf der I-40 nach dem
Rastplatz führt in die Stadt Clinton. Durch den Ort verläuft ein Stück der
früheren Strecke, in deren Verlauf ich ein paar Fun-Cars sowie das Portal
der Industrie- und Handelskammer von Clinton fotografierenswert fand. Vor
allem aber beherbergt Clinton das National Route 66 Museum, in dem private
Führungen angeboten werden, und in dem die ganze Geschichte der Route 66
seit dem Dust Bowl behandelt wird. Leider hat man als virtueller Driver
davon nichts, doch man kann sich die Internetseite ansehen:
https://www.okhistory.org/sites/route66.

Clinton Route 66 Museum

Am Ortsausgang geht es wieder auf die I-40, weiter Richtung Texas.

Texas

Auf texanischer Seite nehmt die Abfahrt auf den U.S. Highway 83, aber links
nach Shamrock hinein. An der großen Kreuzung mit dem Wild West Motel an
der Ecke kann man rechts und links auf ein Stück Route 66 abbiegen, das
parallel zur I-40 durch den Ort verläuft.

In diesem Städtchen haben die SCS-Designer gewollt oder ungewollt sehr schön
den Gegensatz dargestellt, den die Wandlung der Route 66 mit sich gebracht
hat: Einerseits aufwendig für die Touristen restaurierte Sehenswürdigkeiten
wie The Tower Station mit dem U-Drop Inn Cafe, andererseits verlassene und
vergammelte Gebäude und Fahrzeuge -- die Folge davon, dass die Mother Road
zwar noch durch den Ort führt, doch die meisten Fahrzeuge auf dem Highway
vorbeibrausen. Die Tower Station wurde 1936 gebaut, um Reisende mit Essen
und Treibstoff zu versorgen. Erst 2004 wurde das Gebäude restauriert, wobei
die Zapfsäulen eher nur dekorativen Charakter haben.


Tower Station
Shamrock Ruine

Amarillo ist eine normale ATS-Stadt, gut für Trucks und Transportaufträge,
aber null für die Route 66 Tour. Aber gleich nach Amarillo muss man die
erste Abfahrt nehmen, um zur RV-Ranch zu gelangen, die hier RV-Park heißt.
Das berühmte Cadillac-Monument, zehn aus dem Acker ragende Cadillacs, ist
hier ein wenig verändert: sie recken die Schnauze aus der Erde anstatt das
Hinterteil. Die Kunstinstallation wurde 1974 von Stanley Marsh geschaffen.
Die Cadillacs ragen im selben Winkel aus dem Boden wie die Pyramiden von
Gizeh in Ägypten.

Hinter Amarillo muss man die Ausfahrt ([68] Shop Town) nehmen und geradeaus
parallel zum Highway fahren, bis in etwa einem Kilometer eine Brücke über
den Highway führt. Auf der anderen Seite liegt die RV-Ranch. Der übergroße
Cowboy vor den drei Cadillacs ist nicht zu übersehen. Ein paar hundert Meter
nach rechts befindet sich die Kunstinstallation.

Cadillac Skulptur

Danach gehts wieder über die Brücke und dann links herum auf die rechts
parallel zum Highway verlaufende Straße. Die bringt einen zu dem kleinen
Örtchen Adrian, hier ist der Mittelpunkt der Route 66, was deutlich auf und
neben der Straße markiert ist. Ansonsten gibt es hier nur ein Café und ein
Motel.

Route 66 Midpoint

Direkt hinter Adrian kann man wieder eine Brücke nutzen, um auf die linke
Seite der I-40 zu gelangen. Vor der Tankstelle auf der anderen Seite muss
man rechts abbiegen, dann aber nicht auf den Highway (Einbahnstraße!),
sondern links halten in eine hidden road. Auf der kommt man bald in den
verlassenen Ort "Ghost Town of Glenrio". Einst eine Stadt mit Bahnhof und
Eisenbahnanbindung, blieb nach 1955, als die Bahnstrecke aufgegeben wurde,
nur die Route 66 mit ihren Reisenden als Einnahmequelle. Als dann 1975 die
I-40 eröffnet wurde, war es endgültig vorbei mit Glenrio.

Der Ort liegt genau auf der Grenze zwischen Texas und New Mexico, wodurch in
seiner Glanzzeit ungewöhnliche Umstände existierten: Auf der texanischen
Seite gab es keine Bars, da im Deaf Smith County ein Alkoholverbot galt,
während auf der Seite von New Mexico wegen höherer Benzinsteuern keine
Tankstellen zu finden waren.

Geisterstadt Glenrio

Nun sind alle Häuser verfallen genau wie Felder und Straße, so kommt man in
den Genuss, auf einem historischen Stück Route 66 zu fahren. Westlich vom
Ort ist die Straße sogar nicht einmal asphaltiert.

New Mexico

Auf diesem Weg fährt man per Route 66 in Tucumcari ein- und auf der
Hauptstraße durch. Tucumcari ist geschmückt mit Graffitis, einem
hübschen indianischen Souvenir-Shop, einem Rock'n-Roll-Café und einer
Route-66-Skulptur. Nach dem Ortsausgang führt die Straße wieder
auf die I-40.

Tucumcari Shop
66-Skulptur

Nächste Abfahrt ist Santa Rosa. Hier muss man sich für das volle Programm
oder den kürzeren Weg entscheiden. Für diesen fährt man weiter bis zur
Abfahrt 167/Tramway Blvd und von dort auf der Central Aveneue durch Albuquerque.

Für das volle Erlebnis fährt man die US-Straße 84 hoch bis zur Anbindung an
die I-25, auf der man nach Santa Fe kommt und weiter zurück zur I-40 in
Albuquerque. Dies ist der Ur-Route-66-Verlauf seit Beginn 1926, wurde jedoch
schon zirka 10 Jahre später geändert, sodass Santa Fe keine Route 66
Anbindung mehr hatte. In Santa Fe lag damals die höchste Stelle der Route
66.

Nichtsdestotrotz ist Santa Fe einen Stop wert. Die Fahrt dorthin ist
landschaftlich reizvoll und auch die Stadt wurde sehr schön von
SCS präsentiert. Es lohnt sich auch ein Abstecher nach Norden auf der US-84
bis zur nächsten Cutscene, wo man eine fantastischen Ausblick über das
Flusstal hat, vermutlich des Rio Grande.

Zurück nach Albuquerque fährt man am besten wieder auf die I-40 Richtung
Westen und die nächste Abfahrt nach Albuquerque hinein und auf der Central
Avenue quer durch die Stadt. Hier gibt es wieder diverse Route-66-Embleme,
ein "66"-Gate sowie 66-Graffitis. Außer diesen Kleinoden sind der Bus- und
Bahnhof Alvarado Transportation Center sowie das große Highway-Kreuz im
Norden der Stadt sehenswert.

Albuquerque Mural

Am östlichen Ende von Albuquerque, dort wo man links zur Auffahrt auf die
I-40 gelangt, versteckt sich eine weitere hidden road, wenn man geradeaus
fährt. Dies ist ein längeres Stück ehemaliger Route 66, das sich zwischen
Santa Rosa und Albuquerque um die I-40 herumschlängelt. Diese Strecke in der
Richtung West nach Ost zu befahren, empfiehlt sich dann, wenn man eine
"Musical Road" kennenlernen möchte -- auf das Schild "Musical Road Ahead"
achten. Um etwas zu hören, muss man die genaue Geschwindigkeit einhalten.

Leider gibt es am Ende dieser Strecke keine Auffahrt auf die I-40 Richtung
Westen. Da ich nicht mit einem Truck unterwegs war, konnte ich auf der
Straße wenden und die hidden road in Gegenrichtung nach Albuquerque nehmen.
Ansonsten müsste man auf der I-40 in Ostrichtung bis Abfahrt Santa Rosa zurückfahren, um
dort die Richtung zu ändern. Zurück lässt man in beiden Fällen Albuquerque
links liegen und braust auf der I-40 vorbei.

Hinter Albuquerque kommt die Ausfahrt 117 "Mesita". Wenn man dort abfährt,
rechts abbiegt und dann gleich wieder links, kann man parallel zum Highway
durch atemberaubende Landschaft fahren. Die hidden road ist zwar auf keine
Weise als Route 66 gekennzeichnet, jedoch verläuft auch in der realen Welt
die alte Route 66 ein weites Stück parallel zum Highway. Auf ihr gelangt man
durch den Ort Grants bis nach Gallup.

Gallup-Pottery

Gallup liegt in der Mitte des Navajo-Reservats. So wie auf dem ganzen Weg
durch New Mexico findet man immer wieder Hinweise auf die indianische
Kultur, meist Souvenir-Shops und Museen. Kurz vor Gallup liegt rechts ein
großes Native Arcade, ein Vergnügungscenter der Native Americans. Aufgrund
der abenteuerlichen Landschaft um Gallup wurden hier in den 1940ern und
50ern viele Hollywood-Western gedreht und die vielen Hotels, Motels und
Restaurants von Gallup haben viele Hollywood-Stars beherbergt.

Weiter gehts auf der I-40. Ein Abstecher zum am Highway-Rastplatz gelegenen
"Chief Yellowhorse Trading Post". Der weithin bekannte Kunsthandwerksshop
liegt am Fuße malerischer Sandsteinfelsen, genannt "Painted Cliffs". Die
angebotenen Schmuckstücke und Teppiche sind von der Kultur der
Navajo-Indianer beeinflusst und werden zum Teil von der Familie Yellowhorse
selbst hergestellt.

Yellowhorse Shop
Yellowhorse Arts

Arizona

Weiter gehts auf der I-40 nach Arizona hinein. Der nächste Stop sollte der
"Petrified Forest National Park" sein, der einzige Nationalpark an der Route

  1. Wir müssen uns im ATS mit dem Parkplatz zufriedengeben. Der Park bildet
    das westliche Ende der Wüste namens "Painted Desert", die von New Mexico bis
    hierher reicht. Der Name kommt von den von verschiedenfarbigen Schichten
    durchzogenen Felsformationen, die man aus vielen Filmen kennt.

Bei der nächsten Abfahrt (286 - Show Low) gelangt man zu dem Ort Holbrook.
Rechts herum findet man nur eine etwas seltsame Skulptur, links geht es nach Holbrook hinein. Auf der rechten Seite wartet wieder eine hidden road, die am
Ende zum Wigwam Village Nr. 6 führt. Dieses Wigwam Motel wurde 1950 eröffnet
und fast 20 Jahre betrieben, bis die I-40 den Verkehr versiegen ließ. Die
Kinder und Enkel des Gründers öffneten es 1988 wieder und machten das
Rezeptionsgebäude zum Museum.


Holbrook Skulptur
Wigwam Motel

Die 15 Tipis sind bewohnbar und heutzutage mit allem Komfort eingerichtet.
Die SCS-Designer haben allerdings 16 Tipis aufgestellt. Vielleicht wussten
sie nicht, dass der Erbauer Chester E. Lewis abergläubisch war und das Tipi
13 ausgelassen hatte.

Der Hopi Drive läuft wieder auf die Hauptstraße Navajo Blvd, und dort gleich
rechts blicken einige Dinosaurier aus dem Rainbow Rock Shop freundlich auf
die Straße.

Bei der nächsten Abfahrt geht es nach Winslow. Hier verläuft wieder ein
Stück Route 66 durch den Ort, der sehr deutlich macht, dass es die Route 66
ist. Es lohnt sich, einmal um die Stadt herumzufahren, die Stadtdurchfahrt
ist in zwei Einbahnstraßen geteilt -- hin und zurück.

Winslow-Kreuzung

Wer nach Flagstaff kommt, sollte auch einen Abstecher zum Grand Canyon
National Park machen, in der ATS-Map hinter Grand Canyon Village -- achtet
auf die Schilder. Die Fahrt dorthin auf der US-180 dauert weniger als 10
Minuten Realzeit. Im Foto-Modus kann man auch in den Canyon
hineinblicken. Einen besseren Blick in den Canyon hinein erhascht man, wenn
man die hidden road findet.

Zurück zu Flagstaff. Durch die Stadt verläuft ein ganzes Stück der
historischen Route 66. Vorbei am Flagstaff Visitor
Center, an "66"-Motels und dem "The Museum Club". Dieses "must-see" an der
Route 66 hat eine faszinierende Geschichte hinter sich, nachdem es von einem
Tierpräparator in den 30er Jahren erbaut und nicht nur mit ausgestopften Tieren,
sondern auch mit allen möglichen ungewöhnlichen Dingen gefüllt wurde. Dean Eldredge
verstarb leider sehr früh und seitdem wechselte The Museum Club häufig den
Besitzer. Seit den 60er Jahren wurde aus dem Museum eine country music dance
hall. Aktuell ist sie geschlossen und soll wieder verkauft werden. Seine
Historie findet sich auf der Website https://museumclub.net.

Museum Club

Weiter auf der I-40 gelangt man bald zur Ausfahrt auf die historische Route
66 nach Seligman. Das zu finden ist leicht, denn es ist die einzige Straße
in der ATS-Übersichts-Map, die auch mit der Nummer "66" gekennzeichnet ist.
Der kleine Ort beherbergt diverse kleine Motels und Souvenir-Shops wie z.B.
das "Route 66 Motoporium". Der "Angel & Vilma Delgadillo's Route 66 Gift
Shop" ist nicht dabei.

Der wäre deshalb von Bedeutung gewesen, weil die Betreiber
Angel und Vilma -- zusammen mit anderen Shop-Besitzern -- die "Historic Route 66
Association of Arizona" gründeten. Sie reagierten damit auf den Wegfall der
Kunden durch die I-40. Aus diesem Grund wirbt Seligman damit, der Geburtsort
der "Historic Route 66" zu sein. Erst später entstanden auch gleiche
Organisationen in den anderen Route-66-Staaten. Ohne diese Organisation(en) gäbe es die Touristenattraktion "Route 66" wohl kaum.

Aus Seligman heraus geht es weiter auf der Route 66 bis zum "Grand Canyon
Caverns Inn". Hier gibt es Unterkunft und Mahlzeiten und im echten Leben
auch Führungen durch die Höhlen. Vom Parkplatz aus führt eine hidden Road
auf einen schönen Camping- und Wohnmobile-Park.

Weiter die Route 66 entlang steht plötzlich recht einsam mitten im Nirgendwo der "Hackberry
General Store" auf der rechten Seite. Er ist alles, was man in der ATS-Map
von dem Ort Hackberry zu sehen kriegt. Mit dem General Store war es wieder
das gleiche Schicksal: Durch die I-40 blieben die Kunden aus, der Shop wurde
geschlossen und später, in den 90er Jahren, durch einen enthusiastischen
Käufer zum Route-66-Museum gemacht
(https://www.westkueste-usa.de/2003/mn_Hackberry.htm).

Hackberry

Auf diesem Weg gelangt man dann nach Kingman und auf der Route 66 durch
Kingman hindurch. Die Stadt begrüßt den Reisenden mit Graffitis an den
Wassertürmen als "Heart of Historic Route 66". Die Straße ist gesäumt von
Motels und Restaurants. In der realen Welt kümmern sich 35 Hotels und
Motels, sowie über 100 Restaurants, Diners and Cafés um Touristen.

Unter einigen namenlosen findet man in der ATS-Map das bekannte Diner
"Mr.D'z", das hier aber "Mrs.A's" heißt. Hier kann der Route-66-Reisende
selbstgemachtes Root Beer und selbstgebackene Pizza genießen, und dabei
viele Route-66-Memorabilien bestaunen.

Mrs.A's Diner

Weiter geht es vorbei an gleich zwei Route-66-Museen. Zunächst liegt auf der
linken Seite "The Powerhouse Museum and Visitor Center", das auch ein
Route-66-Museum enthält. Das 1907 erbaute Gebäude war das Kraftwerk der
"Desert Power & Water Company Electric Power Plant" und ist seit den 90er
Jahren ein Museum. Außerdem ist es das Hauptquartier der "Route 66
Association of Arizona". Auf dem Vorplatz sieht man das "Route 66 Schild",
unter oder vor dem der Reisende Selfies machen soll.

Es ist eine permanente Replik des größeren temporären Schildes, durch das
die Teilnehmer des jährlich stattfindenden "Route 66 Fun Run" mit ihren
classic Cars fahren konnten, um sich fotografieren zu lassen. Der nächste
Auto-Corso Fun Run 2027 findet wieder vom 30. April bis 2. Mai statt, und
zwar auf den ca. 140 Meilen Route 66 von Flagstaff bis Topock, knapp 50
Meilen hinter Kingman.

R66-Shield

In der ATS-Map ist aber bei Kingman schluss, am anderen Ende der Stadt
sollte man nicht die Auffahrt auf die I-40 verpassen, sonst landet man in
Las Vegas. Die historische Route schlängelte sich abenteuerlich von Kingman
über Oatman bis Topock durch die Berge -- diesen Weg nimmt auch der Fun Run.
Doch schon in den 50er Jahren wurde die Route 66 verkürzt auf den Weg, den
auch die I-40 nimmt. Auf der ist man dann bald schon in Kalifornien.

California

Erst die Abfahrt (115) lohnt sich für die 66-Reise. Nach links geht es auf
die historische Route 66 als hidden road, die über Amboy bis Ludlow
verläuft. Die Strecke führt durch die Mojave-Wüste, die besonders bei
Nachtfahrt besonderen Eindruck macht. Nach ein paar Meilen würdigt ein
kleines Denkmal die Route 66 mit einigen Schrifttafeln, auf denen man nichts
lesen kann und zu denen es im Internet so gut wie nichts zu finden gibt.

Roy's Motel

Als nächstes ist man schon in Amboy, das Dank Route-66-Tourismus noch ein
wenig lebt. Vor allem bekannt ist ROY's Motel und Café, das in der ATS-Map
zum "Route 66 Motel & Cafe" geworden ist.

Ein Stück weiter durch die Mojave-Wüste erreicht man Ludlow, das wie eine
Geisterstadt wirkt, doch anscheinend durch das Ludlow Cafe & Motel noch ein
wenig lebt. Manches verlassene Gebäude meint man aus verschiedenen Filmen
oder Serien-Episoden zu kennen. Ansonsten ist hier die Wüstenfahrt zu Ende
und es geht wieder auf die I-40 bis Barstow.

Amboy (Filmkulisse?)

Mit schmuckem Bahnhof, herausgeputzter Historic Route 66 durch die Stadt und
vielen Läden scheint Barstow eine der reicheren Kalifornischen Städte zu
sein. Nicht verwunderlich, da hier die Interstates 40 und 15 sowie die
Highways 247 und 58 zusammenlaufen. Die Main Street und historische Strecke
der Route 66 verläuft durch die ganze Stadt und wird an beiden Seiten mit
Monumenten gesäumt, auf denen wie eine Krone lengendäre amerikanische Autos
thronen. Ein großteil der Straße ist eine hidden road -- also nicht dem
Navi glauben, sondern tapfer weiterfahren.

Barstow-Auto

Am Ende der hidden road muss man auf die I-15 auffahren, Richtung West bzw. Los Angeles. Der
Rest des Weges verläuft nun ziemlich unspektakulär über die kalifornischen
Highways, die man ja schon kennt, seit man den American Truck Simulator
gekauft hat. Von der I-15 auf die I-10 abbiegen Richtung Los Angeles. Einmal
auf der I-10 muss man sich immer Richtung Santa Monica halten. Dort ist es
dann die Ausfahrt "4th St / Ocean Ave", die geradeaus direkt zum Pier führt.

Die Pier ist gesperrt, doch links die Ocean Avenue entlang geht rechts die
kleine Straße "Moomat Ahiko" hinunter, dann rechts auf den Parkplatz von Pier
und Strandpromenade. Ziel erreicht, und ab ans Wasser.


Santa Monica Pier Gate
Santa Monica Promenade

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