Guide: Einstieg & Effizienz in American Truck Simulator

Teil 1: Der erste Auftrag – ATS für absolute Anfänger

1.1 Profilerstellung und Spielstart
Nach dem Start von ATS erstellst du dein Fahrerprofil: Name, Logo, bevorzugter Truck und Startstadt.
Wichtig: Der gewählte Truck ist nur symbolisch – du startest mit Aufträgen von Speditionen, nicht mit einem eigenen Fahrzeug.
Empfohlen: Geführtes Tutorial aktivieren, um das Spiel Schritt für Schritt kennenzulernen.
1.2 HUD & Interface – was zeigt dir das Spiel eigentlich?
Das HUD ist dein Cockpit:

GPS/Navi: Routenführung, Reststrecke, Tempolimit, Ankunftszeit.

Anzeigeleisten:

Spritverbrauch – Tankstellen rechtzeitig einplanen.

Müdigkeit – Ab ca. 10 Stunden Spielzeit wirst du müde. Rastplätze nutzen.

Fahrzeugzustand – Schäden an Zugmaschine/Fracht verursachen Kosten.

Tastenbelegung: Lichter, Blinker, Retarder, Hupen, Motorbremse etc. – es lohnt sich, das Menü „Tasten & Knöpfe“ sorgfältig durchzugehen.

1.3 Quick Jobs – warum du noch kein Risiko eingehst
Quick Jobs nutzen Trucks von Speditionen. Vorteile:

Kein Kraftstoffverbrauch auf deine Kosten.

Keine Reparaturkosten.

Du lernst verschiedene LKWs und Anhänger kennen.

1.4 Erste Fahrpraxis: Tipps für Anfänger
Immer am Tempolimit orientieren.

An Kreuzungen und beim Abbiegen großzügig ausschwenken.

Rückwärts einparken: Anfangs schwer, später belohnt.

Fracht abliefern mit „schwieriger“ Parkoption: mehr Erfahrungspunkte.

Teil 2: Die eigene Firma – Wirtschaft verstehen und aufbauen

2.1 Firmenübersicht & Strategien
Deine Firma startet mit:

1 Garage (3 Plätze, aber nur 1 aktiv zu Beginn).

0 Mitarbeiter.

0 eigene Trucks.

Ziel: Erst Erfahrung sammeln, dann gezielt wachsen.
Viele Spieler machen den Fehler, zu schnell zu expandieren und in Schulden zu geraten.

2.2 Kredite – der richtige Moment
Es gibt drei Kreditstufen:
100.000 $

400.000 $

500.000 $

Empfehlung: Erst dann Kredit aufnehmen, wenn:

Du die Grundlagen der Fahrphysik und Navigation beherrschst.

Du deine bevorzugte Truckmarke und Frachtrichtung kennst.

Du bereit bist, deinen ersten Truck zu kaufen und langfristig zu fahren.

Taktik:
→ Nimm 100.000 $ auf, kaufe Truck.
→ Fahre täglich, spare.
→ Nimm 400.000 $, erweitere Garage, kaufe zwei günstige Trucks, stelle Fahrer ein.

2.3 Fahrer einstellen – richtig gemacht
Fahrer haben „Skills“: investiere gezielt in Langstrecke, Gefahrgut, Schwergut.

Fahrer verdienen unterschiedlich gut – nicht alle lohnen sich!

LKW-Zuteilung:
Kaufe einfache Modelle (z. B. Kenworth T680 mit Standardmotor). KI-Fahrer brauchen keine Luxusausstattung.

Teil 3: Trucks kaufen – welcher passt zu mir?

3.1 Markenübersicht
    
Marke
Typisch für
Empfehlung
Kenworth
Vielseitig, robust
T680 für Einsteiger, W900 für Klassiker-Fans
Volvo
Moderne Technik
VNL für Komfort & Übersicht
Freightliner
Effizient & geräumig
Cascadia – besonders bei Fernfahrten beliebt
     
Peterbilt
Klassische Design
579 für effiziente Strecken
Mack
Bodenständig & langlebig
Anthem – solide Option für alle Strecken
Western Star
Viel Leistung, schweres Gerät
Für Spezialtransporte

3.2 Worauf achten beim Kauf?
Leistung: Mind. 400 PS, besser 450+, wenn du Berge oder Schwergut planst.

Tankgröße: Für lange Touren wichtig (400–600 l).

Sichtfeld & Kabine: Day Cab (kurz), Sleeper Cab (mit Schlafplatz), High Roof.

3.3 Wann lohnt sich ein Truckwechsel?
Wenn du regelmäßig über 30 Tonnen ziehst.

Wenn du viel bergiges Gelände fährst.

Wenn du in spezielle Frachtrouten investieren willst (z. B. Heavy Haul, Forestry).

Teil 4: Truck-Tuning – Motor, Fahrwerk & Getriebe richtig wählen

4.1 Motorauswahl – nicht nur PS zählt
Ein 600-PS-Motor bringt nichts, wenn das Drehmoment zu niedrig ist.
Wichtig:
<25 t Frachten: 370–450 PS, mind. 1.800 Nm

25–35 t Frachten: 450–550 PS, mind. 2.200 Nm

>35 t Frachten: 550–600+ PS, >2.500 Nm

Motorhersteller: Cummins, PACCAR, Detroit – Unterschiede meist im Drehmomentverlauf.

4.2 Getriebe erklärt
10-Gang: Einfach zu bedienen, für Anfänger ideal.

13-Gang: Mehr Kontrolle, insbesondere bei wechselndem Terrain.

18-Gang: Maximale Flexibilität – bei Schwergut fast schon Pflicht.

Automatik oder manuell?

Automatik funktioniert gut bei 10–13-Gang.

Bei 18-Gang Getrieben: manuelles Fahren lohnt sich für Feinschaltung.

Schaltstrategien bei hoher Last:

Früher hochschalten (niedriger Drehzahlbereich nutzen).

Motorbremse nutzen bei langen Gefällen.

4.3 Chassis, Kabinen & Achsen
Chassis 4x2: Standard, günstig, wendig – für leichte Touren.

6x4: Mittelgewicht – Allrounder mit guter Traktion.

8x4: Schwertransporte – hohe Achslast, teuer, sperrig.

Kabinentypen:

Day Cab: Kein Schlafplatz – nur für kurze Touren.

Sleeper: Standard bei Langstrecke.

Hi-Rise Sleeper: Höchste Tank- & Ausstattungsoptionen.

Teil 5: Fortgeschrittene Tipps – Realismus, Mods & Effizienz

5.1 Realistische Spielweise – für mehr Tiefe
Verbrauch, Müdigkeit, Pannen aktivieren – erhöht Herausforderung.

Gangschaltung manuell einstellen – besonders bei 13- oder 18-Gang.

Zufällige Ereignisse auf der Straße zulassen – bringt Dynamik rein.

Fahrverhalten trainieren:

Kurven früh anfahren, kein abruptes Bremsen.

Gabelungen rechtzeitig erkennen, nicht spontan wechseln.

5.2 Empfehlenswerte Mods
SiSL’s Mega Pack: Dekoration für Cockpit (funktioniert ohne Probleme).

Sound Fixes Pack: Authentische Umgebungs- & Truck-Sounds.

Real Traffic Density: Dichte Verkehrssimulation (empfohlen mit guter CPU).

Realistic Rain & Weather: Visuelle Verbesserung mit Auswirkung auf Fahrverhalten.

→ Alle Mods gibt’s im Steam Workshop oder auf atsmods.lt.

5.3 Routenplanung & Zeiteffizienz
Langstrecke = mehr Geld + XP, aber verbraucht mehr Zeit.

Zielorte mit Werkstätten & Garagen bevorzugen.

Wochenplan: Z. B. 1 langer Auftrag pro Tag, 2 kurze am Wochenende.

Fahrerpools optimieren:

Fahrer mit hohem „Gefahrgut“-Level in Städte mit Ölanlagen.

„Langstrecke“-Fahrer auf abgelegene Garagen zuteilen.

Was ist American Truck Simulator eigentlich?

American Truck Simulator (kurz: ATS) ist eine detailreiche LKW-Simulation, in der du als Berufskraftfahrer quer durch die Vereinigten Staaten unterwegs bist. Vom kleinen Frachtfahrer ohne eigenes Fahrzeug bis zum Speditionsleiter mit eigenem Fuhrpark – das Spiel bietet eine konsequent aufbauende Karriere mit stetig wachsender Freiheit und Verantwortung.

Der Reiz liegt nicht nur im Fahren selbst, sondern auch in der Atmosphäre: Das Spiel bietet eine beeindruckend große, offene Welt, die sich stetig erweitert. Vom sonnigen Kalifornien über die verschneiten Pässe Montanas bis zu den Ölfeldern von Texas – American Truck Simulator präsentiert die Vielfalt der USA mit viel Liebe zum Detail. Städte, Landschaften, Industriegebiete und sogar Raststätten wirken lebendig und glaubwürdig.

Abschließende Gedanken – oder: Warum dieses Spiel mehr ist als nur „fahren“
Was American Truck Simulator besonders macht, ist die Mischung aus Ruhe, Tiefe und Realität. Es ist nicht hektisch – sondern belohnend. Du lernst Routen, Frachtarten, Technik und Planungsfähigkeit kennen.
Dabei ist es schön zu sehen, dass ATS weiterhin aktiv weiterentwickelt wird: Neue Bundesstaaten kommen regelmäßig hinzu, bestehende Gebiete werden überarbeitet, neue Features wie dynamisches Wetter oder verbesserte Fahrphysik werden implementiert.

Der direkte Vergleich mit Euro Truck Simulator 2 (ETS2) zeigt: Beide Spiele haben ihre Stärken. ETS2 punktet mit dichterem Verkehr und kompakteren Städten, während ATS durch Weite, Fernstraßen, atemberaubende Natur und einen Hauch „Route 66“-Romantik glänzt. Mit dem angekündigten Bus-System für ETS2 wird der Simulationscharakter auf eine neue Ebene gehoben – vielleicht sehen wir irgendwann sogar eine Verknüpfung beider Welten?

Was der Community noch fehlt – und von vielen gewünscht wird – sind echte Extreme Roads: Schlammpisten, Gebirgspässe, spärlich ausgebaute Regionen. Die Hoffnung lebt, dass SCS Software den ATS-Kosmos irgendwann noch nach Kanada, Alaska oder sogar bis hinunter nach Südamerika (z. B. Peru) erweitert. Das würde nicht nur geografisch, sondern auch spielerisch neue Herausforderungen bringen.

Denn eines ist sicher:
Mit Lenkrad, Pedalen und Joystick entfaltet das Spiel sein volles Potenzial. Jeder Gangwechsel, jede Lenkbewegung wird zur immersiven Erfahrung. Und gerade das macht American Truck Simulator nicht nur zu einem Spiel – sondern zu einem echten Erlebnis.

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